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SEVASTOPOL PDF Drucken E-Mail
flotteStadtrundfahrt (Dauer: ca. 4 - 5 Stunden): inklusive Panorama

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Sevastopol ist ein bedeutender Marinestützpunkt der Schwarzmeerflotte am Südwestzipfel der Halbinsel Krim. Die meisten Sehenswürdigkeiten stehen sehr eng im Zusammenhang mit der Marine, aber auch weitaus ältere Zeugnisse, wie die antike Ausgrabungsstätte Cherson ist einen Besuch wert.

Die größte Stadt der Krim ist auf 38 Buchten verteilt. Die größte davon, die Sevastopol-Bucht, teilt die Stadt in eine Nord- und eine Südhälfte. Das Zentrum befindet sich im Süden dieser Bucht und erstreckt sich über mehrere Hügel.

Jahrzehntelang war Sevastopol als sowjetischer Stützpunkt der Schwarzmeerflotte absolutes Sperrgebiet - sogar für die Krimbewohner selbst. Erst 1994 öffneten sich die Tore der bislang geschlossenen Stadt. Heute ist die durch Zarin Katharina II. gegründete Stadt für jedermann offen, man begegnet aber immer noch Marineoffizieren in ihren Uniformen, was Sevastopol eine ganz eigentümliche Atmosphäre verleiht.

Schon sehr lange, bevor Sevastopol gegründet wurde, hatten die Griechen rund 400 Jahre v. Chr. in diesem Gebiet die Stadt Chersons errichtet, Ihre Blütezeit erlebte sie im 3. und 2. Jh. v. Chr. Ab der zweiten Hälfte des 9. Jh. gehörte Chersons zum Byzantinischen Reich, das die Ausbreitung des Christentums forcierte. Durch die Heirat des Kiewer Großfürsten Wladimir mit der Tochter des byzantinischen Kaisers Basilios wurde Russland christlich und Chersons zur Wiege des russisch-orthodoxen Christentums.

Im Jahr 1299 zerstörte ein Tataren-Heer Chersons, danach wurde die Stadt nie wieder aufgebaut. Reste einer mittelalterlichen Basilika, Ruinen eines griechischen Amphitheaters, ein Münzhof, ein antikes Stadttor u. v. m. können heute noch besichtigt werden. Chersons scheint seit 1996 auf der Liste der 100 bedeutendsten Weltkulturgüter der UNESCO auf.

anlegestelleNach dem Anschluss der Krim an Russland im Jahre 1783 erkannten die russischen Generäle die strategisch günstige  Lage und gründeten direkt neben dem antiken Chersons die neue Stadt Sevastopol, was soviel wie „Stadt des Ruhmes“ bedeutet. Zur gleichen Zeit begann man hier mit dem Aufbau einer russischen Schwarzmeerflotte. Im Krimkrieg von 1853 bis 1856 erlangte die russische Hafenstadt erstmals besondere Bedeutung, als sie den englischen, französischen und türkischen Belagerern 349 Tage lang widerstand, bevor die völlig zerstörte Stadt 1855 in die Hände der Alliierten fiel. Trotz dieser Niederlage wurde Sevastopol zum nationalen Symbol russischer Widerstandskraft und später als „Stadt der Helden“ mit zahlreichen Kriegsdenkmälern versehen. Der Heldenmythos setzte sich auch im Zweiten Weltkrieg fort, als sich der nunmehr sowjetische Marinestützpunkt 249 Tage lang gegen die deutschen Truppen zur Wehr setzen konnte.bahkchisaraj

Nach der Konferenz von Jalta 1945 besichtigte Englands Premierminister Churchill die völlig zerstörte Stadt und soll erschüttert gemeint haben, dass zum Wiederaufbau wohl 50 Jahre nötig wären. Diese Aussage stachelte Stalin auf, die Stadt innerhalb von fünf Jahren wieder aufbauen zu lassen und so stellt sich das Zentrum Sevastopols als eines der wenigen gelungenen Beispiele stalinistischer Prunkarchitektur mit vielen neoklassizistischen Bauten und Säulenpalästen dar.

Wie bereits erwähnt stehen die meisten Sehenswürdigkeiten in Zusammenhang mit der Marine:
Das Museum der Schwarzmeerflotte zum Beispiel dokumentiert an Hand von Schiffsmodellen, Seekarten, Flaggen und Uniformen deren Geschichte von ihrem Aufbau bis in die Zeit des Zweiten Weltkrieges zurück reicht. Die „Grafische Anlegestelle“ erinnert eher an ein antikes Säulentor als an eine Schiffsanlegestelle und führt als breite Treppe hinab zum Meer. An anderer Stelle wiederum markiert eine 15 Meter hohe Säule die Stelle, an der die russischen Truppen im Krimkrieg einen Teil der eigenen Flotte versenkten, um den angreifenden Schiffen die Einfahrt in den Hafen zu versperren.

Und im Falle der Vladimir- oder Admiralskathedrale zeigt sich, dass sogar so mancher Sakralbau mit der Marine in Verbindung gebracht werden kann, denn das goldene Kreuz auf der Kirchspitze überlebte den Atheismus der Sowjetzeit nur deshalb, weil es auf allen internationalen Seekarten als Markierung eingetragen war.

 
 
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