Stadtrundfahrt (Dauer: ca. 3 - 4 Stunden mit dem Bus): Sehen Sie die legendäre Potemkin-Treppe, die von Österreichern entworfene Oper von außen und zahlreiche historische Baudenkmäler.
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Odessa ist ein Juwel im Süden der Ukraine, Schwarzmeerkurort und Touristenzentrum. Ihre Anziehungskraft verdankt die Stadt den besten Architekten Europas. Odessa wurde im 19. Jahrhundert geplant und erbaut. Neogotik, Klassizismus, Barock und Jugendstil prägen das Antlitz der Stadt. Gleichzeitig wirkt Odessa jung und lebenslustig, fast mediterran.
Platanenalleen säumen prachtvolle Gebäude, Wein rankt sich dicht und üppig an reich verzierten Häusern und in den zahlreichen Cafes der Stadt wird „Segafredo“ serviert. Die „Stadt der Sonne und der Kastanienbäume“ wird auch häufig als „das Seetor der Ukraine“ bezeichnet - laufen doch Schiffe aus über 100 Ländern der Welt den bedeutenden Hafen an! Die Wurzeln der Stadt reichen bis in die Antike zurück. Nach Kimmeriern, Skythen, Griechen, Römern, Goten und Huriren sicherte sich schließlich die Kiewer Rus den Zugang zum Schwarzen Meer. Im 15. Jh. befand sich auf dem Stadtgebiet des heutigen Odessa der Hafen Chadshibej.  Als eigentliche Geburtsstunde Odessas gilt aber der 22. August 1794, als im Rahmen des „Projekts für die Hafenstadt Chadshibej“ die ersten Pfähle ins Erdreich gerammt wurden und sich dem Zarenreich Katharinas II. ein neuer Handelsposten und militärischer Stützpunkt erschloss. Die besten Architekten des Landes errichteten in den ersten Jahrzehnten des 19. Jh. eine moderne Reißbrettstadt. Der während der Französischen Revolution nach Russland geflohene Armand Richelieu wurde zum ersten Generalgouverneur der neuen, im Gegensatz zu anderen russischen Städten von Anfang an aus Stein erbauten Stadt, bestellt und forcierte die florierende Entwicklung.
Odessa mauserte sich zur Schwarzmeermetropole mit internationalem Flair, zum lebhaften Schmelztiegel vieler Nationalitäten. Grandhotels, feine Restaurants, luxuriöse Läden, großbürgerliche Prunkbauten und eine der schönsten Opern der Welt wurden errichtet. Außerdem entwickelte sich die Stadt gar zum literarischen Mittelpunkt des Landes und beherbergte eine Reihe von Schriftstellern, u. a. Alexander Puschkin oder Anton Tschechow.
1905 schlug das freigeistige Klima in Revolution um, deren dramatische Ereignisse der geniale Regisseur Sergej Eisenstein im Stummfilm-Epos „Panzerkreuzer Potemkin“ eindrucksvoll verfilmte. 1920 ergriffen schließlich die Bolschewisten die Macht und senkten einen eisernen Vorhang über das einst betriebsame ukrainische „Tor des Südens“. Nach der Wende erwacht die alte, allmählich in Vergessenheit geratene Stadt langsam zu neuem Leben vor gut erhaltener Kulisse.
Odessas architektonische Reize offenbaren sich oberhalb der steilen Uferböschung. Mehrere Treppen führen vom modernen Hafen-Terminal hinauf, die größte und schönste gilt seit jeher als erklärtes Wahrzeichen der Stadt: die legendäre Potemkin-Treppe. Der mühsame Aufstieg wird mit herrlichen Panoramablicken über Hafen und Meer belohnt. Die Treppe mündet in die elegante Flaniermeile Prymors‘kyj bulvar mit ihren herausragenden klassizistischen Bauwerken. Hier befinden sich auch das ursprünglich im Renaissance-Stil errichtete Grandhotel „Londonskaja“, die mit weißen Steinkolonnaden und Merkur-Statue versehene einstige Kaufmannsbörse sowie etwas weiter die ehemalige Residenz des Grafen Woronzow mit imposanter Säulenfassade.
 In der Nähe erhebt sich eines der prächtigsten Opernhäuser der Welt. Bauelemente des Wiener Barocks, der italienischen Renaissance und des französischen Rokoko verschmolzen hier zu einem opulenten Gesamtkunstwerk. Es wurde in den Jahren zwischen 1884 und 1887 von den Wiener Ringstraßen-Architekten Fellner & Helmer errichtet.
Wenige hundert Meter weiter liegt das bereits 1825 eröffnete Archäologische Museum. Rund 150.000 Exponate machen das Haus zum interessantesten Museum vor Ort. Vor dem Museum zieht eine seltene Kopie der antiken Laokoon-Statuengruppe die Aufmerksamkeit auf sich, die Original-Plastik kann im Vatikanischen Museum in Rom bewundert werden. Das ganze Stadtzentrum ist eine Hommage an die Kunst des Städtebaus vor 200 Jahren. Wunderbarerweise wurde Odessa von kommunistischen Einheitsbauten verschont. Und so stört auch rund um die bul. Derybasiws‘ka, die zentrale Einkaufsstraße der Stadt, nichts die alte Pracht. Hier reihen sich Cafes neben Restaurants und elegante Boutiquen neben einfache ukrainische Gemüseläden und in der überdachten Passage lässt es sich einkaufen wie in Rom oder Mailand.
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